„Was damals recht war…“: Ausstellung

Sachausstellung
Ausstellung "Was damals Recht war ..." – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht (Bild: Stiftung Denkmal für ermordete Juden Europas Berlin)
  • Beginn: 14:00 Uhr
  • Öffnungszeiten:
    montags bis sonntags jeweils von 14:00 bis 18:00 Uhr sowie sonntags zusätzlich von 10:00 bis 12:00 Uhr
Sa. 23.04.2016 - 02.05.2016
14:00 Uhr
Etwa 30.000 Menschen in Deutschland und im besetzten Europa wurden von Gerichten der Wehrmacht u. a. als Deserteure, Wehrkraftzersetzer oder Kriegsverräter zum Tode verurteilt, über 20.000 hingerichtet. Die Verurteilungen wegen dieser Delikte, die während des Zweiten Weltkrieges von den deutschen Militärrichtern verhängt wurden, hat der Bundestag in mehreren Beschlüssen 1998, 2002 und 2009 für unrecht erklärt und aufgehoben.

Die Wanderausstellung zeichnet erstmals ein umfassendes Bild von den willkürlichen Entscheidungen der Wehrmachtgerichte. Mit Begründungen wie „Aufrechterhaltung der Manneszucht“, „Volksschädling“ oder „biologisch minderwertig“ wurden zahlreiche Todesurteile verhängt.

Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht

Auf einzelnen Stellen werden beim Durchlaufen der Ausstellung 16 Lebenswege von Verurteilten skizziert. Portraits von fünf Richtern, die während der NS-Zeit die Urteile fällten, werden ebenfalls gezeigt. Unter ihnen ist der bekannte Marburger Professor und Rechtswissenschaftler Erich Schwinge, der auch nach dem Kriege seine Tätigkeit u.a. als Universitätsrektor fortsetzen konnte. Die Ausstellung macht deutlich, dass die damals agierenden Richter Handlungsspielräume hatten. Einige wussten dies zugunsten der Angeklagten auch zu nutzen.

Die meisten Überlebenden mussten viele Jahre auf ihre Rehabilitierung warten. Bis zu den Beschlüssen des Bundestages galten sie als vorbestraft. Eine Rehabilitierung der als Kriegsverräter Verurteilten ist erst 2009 beschlossen worden.

Die Ausstellung ermöglicht nicht nur Einblicke in die Militärgerichtsbarkeit im Dritten Reich, zu dem die Kreise Eupen und Malmedy von 1940 bis 1944 gehörten, sondern zeichnet auch Lebenswege von belgischen Männern nach, die im besetzten Belgien vor das Kriegsgericht gestellt wurden.

Mit der Ausstellung erfüllt die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas ihren gesetzlichen Auftrag, zu einem würdigen Gedenken aller Opfer des Nationalsozialismus beizutragen. Die Ausstellung findet auf Initiative des Zentrums für Regionalgeschichte (ZRDG) mit Unterstützung der Regierung der DG in Zusammenarbeit mit dem Eupener Geschichts- und Museumsverein, dem Geschichtsverein Zwischen Venn und Schneifel und arsVitha Kulturforum VoG statt.

In Zusammenarbeit mit

Eine Ausstellung der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas