TheaterFest: Allegorien der Macht

Vortrag
(Bild: cinemazero)
  • Beginn: 20:00 Uhr
  • Dauer: 60 Minuten
  • Ab 16 Jahren
  • Deutsch mit frz. Untertiteln
  • Kino Corso
Fr. 19.10.2018
20:00 Uhr
Eine szenische Reflexion zu Pier Paolo Pasolinis « Salò oder die 120 Tage von Sodom » mit Originalfotos vom Filmset.

Die Inszenierung stellt neben den Fragen über Macht, Ausnahmezustand, Gewalt und Faschismus auch jene nach der Überwältigung des Menschen in der heutigen Welt. Sind die globalen Kräfteverhältnisse festgefahren, ja unumkehrbar und sind somit nur mehr dystopische Zukunftsszenarien möglich?

Pasolinis letzter Film “Saló oder die 120 Tage von Sodom” wurde seit seiner Entstehung im Jahr 1975 zensiert, verstümmelt, verboten: Sadistische Großbürger inszenieren ein grausames Ritual. Sie nehmen junge Menschen gefangen und missbrauchen sie als Folter- und Lustobjekte. Pasolinis Diagnose: “Die Mächtigen sind immer Sadisten, und wer Macht erdulden muss, dessen Körper wird zur Sache, zur Ware.” Pasolini versetzt die Handlung in die Zeit der faschistischen Republik von Salò, die er gleichsam als Allegorie seiner eigenen Gegenwart versteht: der Zeit des neuen »totalen Faschismus«, der Konsumgesellschaft.

Vier Jahrzehnte nach der Premiere von »Salò« und Pasolinis Ermordung im gleichen Jahr wird in dieser szenischen Reflexion der Frage nachgegangen, wie aktuell dieses, auch unter künstlerischen Gesichtspunkten, reifste Werk Pasolinis ist. Gideon Bachmann, langjähriger Wegbegleiter Pasolinis, erklärte nach der Uraufführung dieser Reflexion 2015, dass es der Autorengruppe gelungen ist, den Film in seiner allegorischen Bedeutung zugänglich zu machen und ganz im Sinne Pasolinis radikaler Gesellschaftskritik zu aktualisieren.

 

In dieser Reflexion werden keine Filmausschnitte gezeigt, wohl aber Fotos der Set-Fotografin Deborah Beer. Aufgrund der notwendigen Darstellung von Gewalt und Nacktheit, ist der Zutritt für Jugendliche unter 16 Jahren nicht gestattet.

Kartenreservierung:
agora@agora-theater.net
oder
www.theaterfest.net
(Bitte vermerken : Titel / Datum / Vorstellung / Anzahl Plätze / Kontakt)

2 € / 7 € / 12 € / 17 € / 22 € / 27 € / … €
Statt eines festgelegten Preissystems mit den üblichen Ermäßigungen, zahlt jeder Zuschauer für den Theaterbesuch den Preis, den er gewillt bzw. in der Lage ist zu zahlen.

In Zusammenarbeit mit

Zu den Künstlern

Besetzung
Gelesen von Annika Serong & Matthias Weiland
Leitung
Text von Gabriella Angheleddu, Karl-Heinz Dellwo, Fabien Vitali