Greenhouse Conversations – Opening (ABGESAGT)

Opening & Performances
Sat. 10.07.2021
16:00 Uhr
Am 10. Juli findet ab 16 Uhr die offizielle Eröffnung von Greenhouse Conversations in Sankt Vith statt. Greenhouse Conversations ist ein Treibhaus, welches zugleich Klangkunstinstallation ist. Das Treibhaus wurde gemeinsam von Einwohnern der Stadt Sankt Vith, Besuchern der Patchwork VoG, Künstlern vom Collectief Publiek Geluid sowie Mitgliedern der Kulturvereinigungen Meakusma und Musica gebaut. Hier können Ortsansässige ihr eigenes Gemüse säen, anbauen und ernten sowie Klangkompositionen internationaler Künstler hören. In lockerem Rahmen können Besucher das Treibhaus sowie die Gemeinschaftsgärten von Patchwork entdecken und den beiwohnen.

Es wird 3 Konzerte geben, bei denen die Klangvorrichtung des Treibhauses zum Einsatz kommt. Zudem gibt es ein weiteres akustisches Konzert. Zwischen den Konzerten werden zudem die bisherigen Beiträge der verschiedenen Künstler zu hören sein, die ihre Arbeiten speziell auf das Projekt hin realisiert haben. Außerdem werden ab dem 10. Juli auch drei Werke von Leo Küpper zu hören sein. Leo Küpper ist ein Komponist, der 1935 in Nidrum geboren wurde und bereits ab den 1950er Jahren mit Henri Pousseur, gebürtig aus Malmedy im ersten Studio für elektronische Musik in Belgien arbeitete. Küpper gehört zu den Pionieren der elektronischen Avantgarde Belgiens, der auch über die Landesgrenzen bekannt ist. Seine ostbelgischen Wurzeln hatten einen prägenden Einfluss auf seine „Poésie Sonore“, bei der Thema Natur immer wieder eine zentrale Rolle spielt.

Mit Konzerten von:

Vincent Caers & Bloedneus & Snuitkever
Vincent Caers ist ein elektronischer Klangkünstler, Multimedia-Performer, Perkussionist und künstlerischer Forscher an der LUCA School of Arts. Derzeit arbeitet er an seiner Doktorarbeit, in der er neue Performance-Formate erforscht und zeitgenössische Partituren in audiovisuelle elektroakustische Improvisationen integriert. Sein Fokus liegt auf der Schaffung instabiler Klangumgebungen, in denen überraschende Klänge in Dialog mit verschiedenen Medien gebracht werden, was zu einer erfrischenden Art von immersiver audiovisueller Kammermusik führt. Inspiriert von verschiedenen Haltungen zum kreativen Prozess, die außerhalb der Klangkünste vorherrschen, ist seine Arbeit durchdrungen von unerwarteten Formen und nicht auditiven sensorischen Referenzen, die oft durch mehrkanalige Audio-Realisierungen zum Ausdruck kommen.

Bloedneus en de Snuitkever ist ein musikalisches Projekt für neuartige Klangabenteuer. Das Aulos, eine Doppelrohrblattpfeife, steht im Zentrum des Projekts. Losgelöst von seinem früheren Kontext und seiner gesamten Kultur umgibt das Instrument etwas Rätselhaftes. Bloedneus en de Snuitkever hauchen einem seit über einem Jahrtausend zum Schweigen gebrachten Instrument Luft ein und schaffen eine bescheidene Re(co)naissance des Instruments.

Hot Sound Of Mauritius
Hinter Hot Sound Of Mauritius verbirgt sich Michael Lachicorée, aus dem Umfeld des Patchwork Projekts. Der leidenschaftliche Musiker wird mit Gitarre und Gesang, solo und mit befreundeten Musikern eigene Interpretationen von Klassikern zum Besten geben.

Anne van de Star
Anne van de Star versteht sich als Erschafferin von Bildern. Einerseits konzentriert sie sich auf die Kreation von Filmen, Performances und Zeichnungen, andererseits entwirft sie Klangstrukturen und Soundscapes. Ihre Klangarbeiten sind "Skulpturen", deren Materie nicht sichtbar, aber aufgrund ihres extrem körperlichen Charakters hörbar ist. Diese Körperlichkeit wird noch unterstützt durch die Räume, in denen sie ihre Arbeiten präsentiert (die architektonische Prägung eines Raumes, einer Halle, eines Gebäudes, etc.) In ihrer Audioarbeit vereinen sich zwei scheinbare Gegensätze: Das Medium ist fast skulptural, entzieht sich aber gleichzeitig durch seine ständige Wandelbarkeit und Vergänglichkeit der Statik.

Joost Van Duppen
Joost Van Duppen kreiert Soundscapes für Theater, Installationen, Ensembles und Bewegtbild. In seiner Arbeit spielen Feldaufnahmen eine entscheidende Rolle und sind oft sein Ausgangspunkt, der mit neuen Kompositionen verwoben wird. Seine große Liebe zur Natur und Stille beeinflusste sein erstes Soloalbum Kaamos, gefolgt von dem Album Soor mit seinem Mirrounds Ensemble. Derzeit lebt er in Brüssel und verbindet seine Arbeit als Klangkünstler, Feldtechniker und Naturführer.

In Zusammenarbeit mit Patchwork vzw, measkusma und der Stadt Sankt-Vith. Mit finanzieller Unterstützung von C-TAKT, der Deutschsprachigen Gemeinschaft, der Flämischen Region und der Flämischen Gemeinschaft.

In Zusammenarbeit mit

Zu den Werken

Programm

Werke von Leo Küpper:

Aérosons
Für phonetische Mikrotöne und elektronische Klänge.
Länge: 14’25“ (1982)

Annazone
Für Mezzosopran (Anna Maria Kieffer) und Vogelgesang.
Länge: 9’03“ (1991)

Lumière sans Ombre
Werk für Bass (Nicolas Isherwood), klösterliche Klänge und Midi-Instrumente, 1993
Länge: 16’20“